Machen Sie's gut (Teil 2/2)
by Feyan am 6/20/2012 0 Kommentare
Labels: Argh, Gedanken, Unglaubliches
Machen Sie's gut! (Teil 1/2)
19. Juni 2012
Es passieren wieder Dinge von denen man sich nie hätte vorstellen können, daß sie mal geschehen würden...
Vielleicht liegt es daran, daß ich alt werde. Oder zu jung bin? Ich bin verwirrt.
Aber wie immer sollte ich von vorne anfangen. Es wird bilderreich.
Vergangener Freitag. Der Plan war mit meinem Lieblingszwerg per Zug in eine nicht weit entfernte Stadt zu fahren.
(Mein Lieblingszwerg ist eigentlich viel größer als ein Zwerg. Aber er
hat lange Haare, bewegt sich oft wie ein Zwerg, und einige Charakterzüge
sind auch wirklich eindeutig. Ich muß oft an Karotte Eisengießersohn denken...)
Dort wollten wir einen weiteren langhaarigen Freund treffen, um dann gemeinsam an einem Event teilzunehmen, bei dem diverse Metal- und Rockbands der Region die Erde beben lassen sollten. Das LineUp sah wirklich gut aus, wir freuten uns. So gingen wir also dahin, und ich muß sagen, daß ich da noch zuversichtlich war. Die Lokalität fand ich gelungen, es gab ein großes Zelt mit einer großen Bühne. Es gab viel gute Technik, einen Wurststand, eine Bierbude, und das Wetter war einigermaßen gnädig. Früher am Tag hatte dort ein Kinderfest stattgefunden. Hüpfburg und Karussells wurden gerade noch abgebaut als wir ankamen.
Wir standen wieder am Bahnhof und wollten den Heimweg antreten, als ich von einem jungen Mädchen angesprochen wurde.
Sie saß dort mit ihrer Freundin. Beide waren schätzungsweise 15 oder 16 Jahre alt. Die Freundin hatte Piercings im Gesicht, rot gefärbte Haare und alte und neue teilweise wulstige Narben von Schnitten und kleinen kreisrunden Verbrennungen auf den Unterarmen. Das andere Mädchen hatte ebenfalls Piercings im Gesicht, und sie trug einen enorm hohen und sehr gepflegten blond gefärbten Iro auf dem Kopf.
Sie stand auf, stellte sich in respektvollem Abstand vor mich, räusperte sich leise und fragte dann: "Entschuldigen Sie bitte, können Sie uns helfen? Wissen Sie zufällig, ob von diesem Gleis noch ein Zug in Richtung Hamburg fährt?"
Ich war ein bisschen fassungslos: "Warte kurz... Hast Du mich gerade gesiezt!?"
Zur Erinnerung: Ich habe mittlerweile blaue Haare, und wenn ich mit meiner Tochter unterwegs bin, werden wir für Schwestern gehalten.
Beim Elternabend in der Schule wurde ich vom Lehrer darauf hingewiesen, daß nicht ich sondern nur Sorgeberechtigte bestimmte Dokumente unterzeichnen dürfen...
Und auf einmal werde ich gesiezt!?
Da sagt die rothaarige Freundin: "Naja... Ab einem bestimmten Alter kann man ja ein bisschen Höflichkeit rüberbringen..."
by Feyan am 6/19/2012 0 Kommentare
Sie brauchen einen Arzt!
30. Mai 2012
Huch?
Hab ich was verpasst?
Vier Monate können lang sein... Aber da bin ich wieder.
Erstmal.
In der Zwischenzeit ist eigentlich nichts wichtiges passiert...
![]() |
by Feyan am 5/30/2012 2 Kommentare
Guten Tag
4. Juni 2011
Grundgütiger, was für eine Nacht!
Gestern hat mein großes Kind ihren Geburtstag nachgefeiert. Sie hat ihre zwei liebsten Mädels eingeladen, um sich einen schönen Tag und eine schöne Nacht zu machen.
Erst haben sie die Küche in ein Schlachtfeld verwandelt. Sie haben sich Wraps gemacht und wussten hinterher selber nicht, warum Mais und Champignons auf dem Fußboden rumliegen. Später hat sich alles festgetreten...
Naja. Dann sind sie in die 19 Uhr Vorstellung von Fluch der Karibik 4 gegangen. Ich holte sie vom Kino ab. Bis wir wieder zurück waren, war es 22 Uhr, und wir haben uns nochmal Wraps gemacht. Bis Mitternacht haben wir in der Küche gesessen, und ich war richtig k.o. hinterher.
Die Mädchen sind echt lieb. Laute pubertierende Gackerhühner sind es, aber trotzdem angenehme Gesellen. Und auch wenn sie die meiste Zeit gar nicht da waren, war ich am Ende geschafft. Sie schliefen gleich ein.
Ich war so übermüdet, daß an Schlaf nicht zu denken war. Erst gegen 2 Uhr bin ich ins Bett gegangen und habe einen Steinschlaf vollzogen, wie er bim Buche steht... Bis...
Gegen 4 Uhr klingelt es hier an der Tür. Es klingelte Sturm. Erst dachte ich, ich würde träumen, aber es klingelte wirklich. Um so eine Uhrzeit mache ich die Tür aber nicht einfach so auf. Ich hab mein Erkerfenster aufgemacht, das zwei Stockwerke direkt über der Eingangstür unten ist. Ich sehe einen offensichtlich betrunkenen Mann der versucht gegen die Tür zu pinkeln und dabei immer zur Seite kippt. An die Wand wo die Türklingeln sind...
Ich: "Hey! Pack ein und geh nach Hause!"
Er: guckt sich erschrocken um "Gmblwerissndahäh?"
Ich: "Hör auf gegen die Tür zu pinkeln! Zieh Dich wieder an und verschwinde!"
Er: wankt und kann nicht herausfinden wer und von wo da gesprochen wird "Hallts... Maul!"
Ich: "Wenn Du nicht sofort verschwindest, bewerfe ich Dich mit harten Gegenständen!"
Er: lacht
Ich werfe zwei Wäscheklammern, eine Stricknadel, einen Kugelschreiber und eine Packung Taschentücher. Ich gebe zu, das waren nicht wirklich harte Gegenstände, aber die lagen hier gerade so rum. Und ich wollte nicht den schönen Aschenbecher werfen. Das war ein Geschenk, und er sieht wirklich gut aus.
Er ist verwirrt, versucht nach oben zu gucken, fällt dabei aber fast um. Seine Hose hing ihm schon in den Kniekehlen. Die Taschentücher hat er versehentlich gefangen. Er hält die Packung hoch und dicht an sein Gesicht und braucht eine Weile um herauszufinden was er da wohl plötzlich in der Hand hält. "Es reeegnet Taschentücher!", und er lacht wieder.
Ich: "Ja, ein Wunder! Behalt sie und geh endlich!"
Er zieht seine Hose hoch, hält sie mit den Taschentüchern an der Hüfte fest und geht dementsprechend die Auffahrt hoch zurück zur Straße. Dabei lacht er die ganze Zeit und schüttelt den Kopf. Immer wenn er den Kopf geschüttelt hat, dachte ich, daß er gleich umkippt.
Er schaffte es unfallfrei zur Straße und rief von da "EINN SCHÖNN ABMD NOCH!"
Jetzt musste ich mit dem Kopf schütteln. Sowas!
Ich fiel wieder ins Bett und hab sofort wieder fest geschlafen.
Um genau 5 Uhr 55 klingelte dann das Telefon. Ich ignorierte es. Leider war der Anrufbeantworter auf voller Lautstärke. Ich hörte mich durch den Raum rufen, daß gerade keiner da ist, und daß man eine Nachricht hinterlassen oder auf dem Handy anrufen soll. Der Piepton piepte, und der Anrufer sagte nichts und legte auf. Mein Anrufbeantworter brüllte: "TUT TUT TUT TUT TUT!!!"...
Ich war wie vom Zug überrollt, stand auf, holte mir ein Glas Wasser und rief den Anrufer zurück.
Er: offensichtlich angetrunken "Ja?"
Ich: "Na? Was gibts denn, alles gut?"
Er: "Ach Du bists."
Ich: seufz
Er: "Ich wollte Dich nicht wecken. Schlaf weiter."
Ich: "Mmmh! Bist Du gerade nach Hause gekommen?"
Er: "Ja, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, daß Du jetzt mal schläfst. Hier ist alles gut. Schlaf Du jetzt mal Deinen Schlaf in Freiheit!"
Ich: "Häh? Wie meinst Du das denn? Das verstehe ich nicht."
Er: "Moooah! Nein! Natürlich verstehst Du das nicht!" Es folgte ein angenervtes Geräusch, das ich mit Buchstaben nicht wiedergeben kann. "Und ich hab auch keine Lust mich immer wieder erklären zu müssen!" Wieder dieses Geräusch. "Ich werde mich auch nicht wiederholen! Und immer muß ich Dir das sagen, weil Du das nicht kapierst!"
Ich: "..."
Er: "Ja!... Toll! Und jetzt ist alles doof oder was!" Er machte wieder dieses Geräusch, nur klang es zudem so, als ob gleich ein Universum implodieren würde.
Ich überlegte aufzulegen, tat es aber nicht. Ich sagte weiterhin nichts während ich überlegte was ich überhaupt sagen könnte. Ich wollte von dem Türpinkler von vor zwei Stunden erzählen und den Mädchen und dem Schlafmangel. In meinem Kopf gab es tausend Dinge die hätte sagen können, und meine Lippen formten sich schon, und ich atmete, als ob ich gleich sprechen würde. Aber es kam kein Ton heraus. Mein Hals war irgendwie beklemmt zugeschnürt.
Er: "Ja... Dann sag Du mal weiter nichts? ... Ich wollte nur sagen, daß Du jetzt mal Deine Freiheit -die Du ja hast!- geniessen sollst. Ich wollte Dich dabei nicht stören, schlaf mal schön, und wir reden dann ein andermal, nä? Tschüß!"
Ich: "Äh... ja... Aber..." Ich stammelte nur dummes Zeug.
Er: "Ja, ist gut jetzt! Bis dann!"
Ich: "Bis dann..."
Er legte auf, ich weiß nicht ob er mein "Bis dann" noch hörte.
Bis um 6 Uhr 30 lag ich hier rum und dachte an nichts. Ich atmete und versuchte zu schlafen. Mein Magen fühlte sich an, als ob gerade jemand reingetreten hätte. Ich rollte mich seitlich zusammen und hörte beim Einschlafen noch, wie Fauchi aufwacht und Richtung Sonne marschiert.
Um 9 Uhr 30 klingelte mein Wecker. Die Mädchen frühstückten schon und gackerten. Die Sonne schien, und Fauchi badete darin.
Ich legte mich mit einem Kaffee zu ihm in die Sonne um aufzuwachen.
"Guten Tag, mein lieber Faucher." Er pustete.
Gleich treffe ich mich mit meinem lieben Bruder in "der alten Heimat". Da ist Stadtfest, und wir werden "alte Leute" treffen. Ich freue mich schon.
Heute wird ein guter Tag.
by Feyan am 6/04/2011 0 Kommentare
Labels: Argh
Rippchen!
20. April 2011
Letzte Nacht konnte ich nicht schlafen.
Also so gar nicht!
Und immer wenn ich dachte "Verdammte *⅘∺♬ù#!!! Jetzt aber!", konnte ich noch weniger schlafen. Das ist mir schon ein bekanntes Phänomen. Ich weiß, daß ich morgen ganz früh raus muß. Früher als sonst, also kann ich nicht schlafen. Dann gucke ich auf die Uhr und denke "MAH! Nur noch soundsoviel Stunden Schlaf!" Und bei jedem Mal gucken ist es eine Stunde weniger.
Ja und gestern ging wirklich nichts mehr. Ich hatte schon Tee, ein Buch, den Fernseher, sogar warme Milch gab es. Davon hatte ich aber nur Bauchweh. Ich überlegte eine weitere Stunde und kam zu dem Entschluß, daß ich vielleicht doch nochmal rausgehen sollte. Es war schon fast zwei Uhr, und um halb sieben sollte ich aufstehen. Also dachte ich, ich ziehe mich schnell an und gehe den kurzen Pudding.
Äh. Pudding.
"Um den Pudding gehen" - Einen kleinen Spaziergang machen.
Der "kurze" Oder der "kleine Pudding" ist ein ganz kurzer Weg. Perfekt geeignet in Nächten wie dieser.
Also. Hose, Pulli, Schuhe an, losgehen.
Und dann ging ich, und ich atmete. Bei jedem Mal Einatmen wollte ich die gute frische Frühlingsnachtluft einatmen, in mir wirken lassen und behalten. Bei jedem Mal Ausatmen wollte ich hirnzerreissende Kopfmonster und diese biestigen kleinen Seelenfresserchen loswerden. Ich konzentrierte mich also völlig auf meine Atmung und kam in einen tollen Rhythmus. Gehen, atmen, rein, raus. Ein tolles Lied entstand. Ich merkte, wie es wirkt. All diese gemeinen kleinen Viecher stoben schreiend aus mir, verschwanden im Nachthimmel oder verfingen sich in Baumkronen. Ich glaube, ich habe gelächelt. Gleich ist alles gut. Ich kann in mein Bett gehen und einfach schlafen.
Gehen, atmen, rein, raus.
Aber dann... und damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet...
Ein kleiner hinterhältiger Kopfsteinpflasterstein hat sich mir todesmutig vor die Füße geschmissen. Er rief: "JEEEETZT!!!!", und eine kleine Parkplatzschranke schnellte auf mich zu und schulterte mich sehr unsanft. So hing ich dann also über dieser kleinen mittlerweile unscheinbar wirkenden Schranke und fluchte und balancierte. Zuerst dachte ich, daß ich gleich noch einen filmreifen Salto vorführen würde, aber ich konnte meine Füße dazu überreden, daß sie die Erdanziehungskraft doch nicht für so abwegig halten.
Und dann stand ich da schnaubend. Ich wusste nicht ob es Schmerz oder Wut ist was da so in der Magenkuhle sticht. Ich überlegte noch kurz, ob ich mich vielleicht übergeben muß, aber das fand dann doch irgendwie unpassend. Es war mir auch egal. Ich wollte nur nach Hause. Wieder daheim angekommen merkte ich, daß die Wut siegt. Ich legte mich grummelig wieder ins Bett und schlief erstaunlicher Weise sofort ein.
Ebenso überrascht war ich heute Morgen, daß ich so ausgeschlafen war. Es war als hätte ich mindestens drei Stunden mehr Schlaf gehabt, als ich tatsächlich hatte... Ich ging mit meiner lieben Tochter und Fauchi zur Arbeit, und alles war gut. Zwischendurch spürte ich dieses kleine Stechen von letzter Nacht wieder, aber ich ignorierte es. Zum Feierabend hin wurde es heftiger. Ich ignorierte es weiterhin und ärgerte mich über diesen Stein, der einfach nur da liegt und hinterher behaupten würde, er hätte sich nicht bewegt. Schwören würde er! Und die Schranke würde sogar unter Androhung eines Monteurs nichts anderes behaupten.
So ging ich mit der Schröte dann hinters Haus, und die ganze Stadt schien zu schlafen. Alles war ruhig, die Vögel zwitscherten verhalten, und die Sonne schien angenehm.
Das Stechen aber wurde so heftig, daß ich kaum Luft bekam. Mir wurde schwindelig, und ich beschloß doch lieber zum Arzt zu gehen. Meine Hausärztin ist eine furchtbar liebe Frau. Sie tastete meinen Bauch und meinen Rücken ab und lachte herzlich als ich erzählte, wie der Stein und die Schranke nachts harmlose Spaziergänger um den Verstand bringen. Sie rief im Krankenhaus an, und ich sollte gleich zum Röntgen hinkommen.
Im Behandlungsraum sollte ich noch einem Moment warten bis der Arzt kommt. Meine Bilder hingen schon an der Lichtwand, und ich guckte auf meine Rippen. Zwei nebeneinander liegende Rippen im mittleren Brustbereich standen etwas zurück. Man konnte deutlich erkennen, daß so eine Verletzung nur von einer Art Balken kommen kann. Einer Schranke zum Beispiel...
Für einen kurzen Moment dachte ich, ich hätte ein kleines fieses Kichern gehört...
Mittlerweile sah ich auch wirklich etwas durchnächtigt aus. Dem Arzt konnte ich glaubhaft versichern, daß niemand mich mit einem balkenförmigen Gegenstand geschlagen hat. Ich erzählte ihm einfach, ich wäre gestolpert...
Bei der einen Rippe spricht man noch von einer Prellung. "Die Verformung des Rippenbogens wird sich in ein paar Tagen legen... Sie haben Glück gehabt. Mit etwas mehr Gewicht wären beide gebrochen."
Ja, da habe ich dann wohl Glück gehabt. Die andere Rippe ist "angebrochen".
seufz
Ich hab noch genug Arnika im Haus, das wird schon wieder.
Ich habe bereits überlegt, ob ich den Stein einfach mit Farbe in Quietschorange markiere. Eines Tages wird ein Straßenbaumensch mit einem großen Hammer kommen. Und die Schranke... Die wird eh regelmäßig einfach überfahren. Darum muß ich mich nicht kümmern.
Jetzt hole ich mir noch ein Kühlkissen und bleibe so lange still liegen, bis ich schlafe.
by Feyan am 4/20/2011 0 Kommentare
Labels: Argh












