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Nur einen Sommer...

10. Februar 2012

Lieber Fauchi,

schön, daß Du Dein letztes Lebensjahr bei uns verbringen konntest.
Wir kennen Dich seit über vier Jahren und hatten Dich von Anfang an in unsere Herzen geschlossen.
In der Zeit als Du bei uns warst haben wir mit Dir und für Dich gekämpft, daß Du so gesund wie möglich werden kannst.
Der letzte Sommer mit Dir war toll. Danke, daß Du den Willen hattest weiter zu leben. Es hat sich wirklich gelohnt.
Wir alle wussten, daß Du nie ganz gesund werden kannst, und daß dieser Tag früher kommen wird als es für Dich anfangs vorgesehen war.
Es war schlau von Dir in der Winterzeit zu gehen. So wirst Du durch die Kälte keine großen Schmerzen gehabt haben.

 
♡ Wir vermissen Dich sehr, Fauchi. ♡


Mops meets Schröte

16. Oktober 2011

Das ist Balu:


(Quelle: Herrchens Videopost bei YouTube)

Balu ist ein unglaublich liebenswerter Mops, der bei meiner Freundin wohnt. Sie hat ihn damals bei einer Familie abgeholt, die ihn aus Gründen nicht mehr halten konnte.
Er ist sehr charmant, etwas naiv, neugierig und treu bis auf die Knochen. Und die Tatsache, daß er nur noch ein Auge hat macht ihn irgendwie noch sympathischer. Das fällt nur dann auf, wenn er einen mit seinem niedlichsten Blick anguckt, oder er gegen den Türrahmen läuft, weil er mit seinem Auge nach oben guckt, wenn jemand einen Teller in die Küche trägt. Es könnte ja was runterfallen!
Jemand kommentierte ein Foto von ihm bei Facebook etwa so "Schau mir ins Auge, Baby!"
Er bringt alles an Kindchenschema mit, was ein Mops so braucht: Großes Auge, Stupsnäschen, Schmollmundfalten, Kuschelbedürfnis, Anhänglichkeit...
Auch ich bin ihm verfallen, und ich bin sehr froh darüber, daß er eine so gute Familie gefunden hat.

Gestern war er das erste Mal hier zu Besuch. Er kam mit Frauchen und einer weiteren Freundin, und wir hatten einen supertollen Abend!
Und dann! Dann hat er Fauchi entdeckt! Erst war es ihm wohl langweilig, aber dann hat der Herr Schröte sich bewegt. Balu hat ihn ausgiebig beschnuppert, mal dran geleckt, und Fauchi war komplett in seinem Panzer verschwunden...
Dann wurde er angeschoben, und Balu kratzte auf dem Panzer rum. Vielleicht hat er gedacht, daß man den öffnen könnte, damit das lustige Tier wieder zum Vorschein kommt.
Damit das verschreckte Schrötentier nicht zuviel Angst haben muß, hab ich mich dazugelegt und ihm gut zugeredet. Und wie ich es immer mache, wenn Fauchi gestresst ist, knutsch ich ihm auf den Panzer. Eigentlich kommt er dann immer wieder raus, aber gestern hat Fauchi es vorgezogen im sicheren Panzer zu bleiben.
Aber Balu fand das wohl ganz spannend...
Die ausgiebige Fotodokumentation dazu hier:












Danke für den lustigen Abend, Mädels!

Hebelwirkung

4. August 2011

Mein lieber Herr Schröterich!
Der liebe Fauchi hat draußen was lustiges gemacht. Da ich meine Kamera nicht schnell genug zur Hand hatte, kann ich nur versprechen und Stein und Bein schwören, daß er da selbst reingelaufen ist...
Er klettert da immer wieder rein, und einmal lag das Gerüst so ungünstig, daß er bei Runterfallen auf dem Rücken landete...
Nach solchen Aktionen ist er immer eingeschnappt. Er frisst dann nichtmal mehr den leckersten Löwenzahn und verkriecht sich irgendwo. Aber trotzdem macht er es immer wieder.
Lustiger Typ ;)

Wir zwei...

25. Mai 2011

... ja... Ein ungleiches Pärchen sind wir.
Aber wir sind verliebt. Also ich zumindest. Ich bin verliebt. Und da ich nicht weiß, ob unsere Kommunikationsweise wirklich die richtige ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, daß auch er verliebt ist.
Mein gepanzerter Kumpel.
Letzte Nacht:
Ich liege so im Bett und schau noch ein bisschen fern. Krallen schaben auf dem Laminat, ein Panzer schleift in meine Richtung. Fauchi hat sich zu mir ans Bett getragen und sitzt da nun mit langem Hals und pustet wie er es tut, wenn er sich umguckt. Oder wenn es frische Gurke, Honigmelone oder Klee gibt. Sein Hals macht Glucksbewegungen, und er pustet aus der Nase. Ich hänge einen Arm aus dem Bett, er bepustet meine Finger und reibt seinen kleinen Kopf an meiner Hand. Ich lege meine Hand ganz leicht auf seinen Panzer und fahre vorsichtig mit meinen Fingern seine Schlidmuster nach. Er legt sich komplett ab und atmet so wie er atmet, wenn er schläft.
"Na mein großer? Bist Du auch so müde? Hey, Fauchi... Du hast schon wieder ein paar Tage nicht gegessen. Und entleert hast Du Dich schon richtig lange nicht mehr. Meine lieber Herr Schröte, wir müssen am Ball bleiben. Das gröbste hast Du überstanden, aber Du mußt weitermachen. Hörst Du? Nicht wieder schlapp machen."
Und Fauchi stellt sich wieder auf und pustet. Das macht er meistens, wenn ich mit ihm rede. Wenn ich meinen Kopf zu ihm lege und mit ihm spreche, bepustet er meinen Mund und legt seinen Kopf an meine Nase. Oder er kriecht zu meinem Brustkorb und schläft ein.
Ich sagte noch "Gute Nacht.", und ließ meine Hand bei ihm. Er drehte sich so, daß seine Panzerseite an meiner Hand lag, und sein Kopf  an meinen Fingern.
Ich schlief schnell ein.
Als ich heute morgen aufwachte fühlte ich kurz runter um zu wissen wo er liegt. Er war nicht da, aber ich hörte enthusiastische Kaugeräusche von seinem Futterplatz.
Ich freute mich.
Mir war kalt, und ich musste mal dringend ins Bad. Also schlüpfte ich schnell in meine Flauschsocken und stieg aus dem... "PITSCH!" - "IIIIEEEH!"... Ja, gut... Danke... Die Blase dürfte also leer sein, Herr Schröte!? Ich wollte mein Gewicht mit einem Schritt aufs andere Bein verlagern, damit ich die nasse Socke auszie... "FLATSCH!" - "WUÄÄÄH! FAUCHI!" ... Ja... Zweifellos wurden auch andere Organe entleert...
Er bekam davon gar nichts mit. Er saß im Salat und tötete gerade mit vollem Körpereinsatz ein Stück Gurke.
...
Ich glaube, er liebt mich auch...

Klee!

9. Mai 2011

Es ist halb neun, Fauchi randaliert im Terrarium.
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, der Wind ist frisch, aber sehr angenehm. Ich koche mir einen Kaffe, nehme die Schildkröte und setze mich hinters Haus. Obwohl es mitten in der Stadt ist, ist es hier hinten sehr ruhig.
Ich setze Fauchi auf den Rasen, und er schaltet sein Scan-Programm ein:
Grashalm - Grashalm - Grashalm - KLEE! - Grashalm - Steinchen - Laubblatt - KLEE! - Grashalm - Käfer - LÖWENZAHN! - KLEE! - Kaffeebecher - Grashalm - ...
*omnomnomnomschmatzschling*



Es ist schön ihn so zu sehen.
Am liebsten würde ich da hinten gerne meine Hängematte aufhängen und den ganzen Tag dort verbringen. Aber leider muß ich jetzt zur Arbeit.

Njoch...

20. April 2011

Meine Güte, Herr Fauchi!
Ja, was soll ich denn da sagen... Am Montag waren wir wieder beim Tierarzt, und Fauchi wurde nochmal geröngt. Ich hätte es nicht für moglich gehalten, aber der Herr Kröte hat noch immer so Zeuch im Darm. Und so langsam muß das wirklich mal raus! Jetzt bleibt alles wie immer. In Isostar baden und Bepanthen spritzen.
Die Ärztin hat ihn nochmal "zwangsgefüttert". Das ist eine echt fiese Angelegenheit, denn es reicht nicht ihm einfach etwas in den Schnabel zu legen. Und da Schildkröten nicht so ohne weiteres den Mund aufmachen, wirkt das ganze echt brutal. Für so eine Aktion haben die drei Leute gebraucht. Einer "stellt" die Schildkröte auf, so daß der Kopf oben ist. Einer "angelt" den Kopf mit einem Metalhaken am Schnabel aus dem Panzer und hebelt das Maul auf. Der dritte schiebt dem fauchenden und spuckenden Tier langsam eine Art Zellstoff in den Magen... Ja... Und dann kam Fauchi erst wieder aus dem Panzer, als er wieder in seinem Terrarium saß um schnellstens in sein Häuschen zu kriechen...
Kein Steptanz im Auto, keine Trockenschwimmbewegungen auf meinem Arm. Der war echt fertig.
Heute aber war er wieder so fit es nur ging. Ich nahm ihn heute mit zur Arbeit, und er hat sich da offensichtlich wohl gefühlt. Er ging auf die Kinder zu und beschnüffelte sie, erkundete seine Umgebung und schlief sogar irgendwann ganz entspannt. Daß die Kinder das toll fanden, muß ich glaube ich nicht erzählen. Das war für alle das erste Mal, daß sie eine echte Schildkröte gesehen haben und anfassen konnten.
Später bin ich mit ihm noch raus gegangen. Er hat sich viel bewegt, es gab eine Menge Sonne, und er wird hier anständig "umtüdelt". Es sind also alle Möglichkeiten für eine gute Heilung gegeben.
Es wird Zeit.

Ein Schildkrömel.
Zu der Reptilienklinkik gehört auch ein "Reptilienhotel". An den Hauswänden sind tolle Bilder, wie zum Beispiel das hier.

Tapferer Kerl

16. April 2011

Jetzt hab ich über einen Monat nichts von Fauchi erzählt...
Das ist ein echt cooler Typ! Aber leider ist er ziemlich schwach.
Vor etwa drei Wochen ist er diese furchtbare Verstopfung los geworden. Grundgüter! Das fand ich fast noch schlimmer, als diesen Darmvorfall. Ich will nicht ins Detail gehen, ich muß nur loswerden, daß ich mich selten so hilflos gefühlt habe.
Tja. Und nun hock er hier rum, ist freundlich, sucht Sonne und frisst aber nichts. Die Tierärztin geht davon aus, daß der Darm sich nach dieser ganzen Aktion nun entzündet hat und schlug kuriose Behandlungsmethoden vor. Zum einen sollte ich nun zwei Wochen lang ein Mittel gegen Schmerzen und ein Mittel gegen die Entzündung alle zwei Tage spritzen. Das kam mir nicht ungewöhnlich vor, und mittlerweile kann ich ganz toll Spritzen verabreichen. Ich habe auch das Gefühl, daß es Fauchi direkt besser ging. Aber dann sagte sie noch: "Und baden sie ihn täglich in einem isotonischen Getränk!" Und ich so: "O_o Häh?"
Ja... Die Erklärung kriege ich nicht mehr so ganz zusammen, aber es klang gut. Schildkröten spülen quasi ihren Darm beim Baden. Das fiel mir schon mal auf. Fauchi furzt beim Baden immer so rhythmisch rum und zieht Wasser ein und drückt es wieder raus. Klingt eklig, ist aber halb so wild. Das Isozeuch macht dann irgendwas mit irgendwelchen Elektrolyten... und... äh... ach hätte ich mir das doch besser gemerkt... Auf jeden Fall ist der Effekt toll. Er trinkt das auch, und es scheint ihm gut zu bekommen. Er hat offensichtlich nicht mehr so große Schmerzen und wirkt insgesamt fitter. Er läuft neugierig herum und lauscht und riecht oder "jagt" meinen Füßen hinterher.
Und er steht total auf die pinkfarbene Kamera meiner Tochter...


Und bei so einem Wetter nehme ich den Kollegen auch gerne mal mit raus. Das scheint ihm auch ganz gut zu gefallen. Was ich interessant finde ist, daß er offensichtlich kaum Scheu vor anderen Menschen hat. An einem Tag nahm ich ihn in den Kurpark mit. Ich war da mit vielen Leuten zum Picknick verabredet. Ich ging davon aus, daß ich mich recht fix mit der Schröte an ein ruhiges Plätzchen zurückziehen müsste, damit er nicht so gestresst ist. Aber das Gegenteil war der Fall. Fauchi latschte drauf los, immer durch die Menschen durch, an Kindern und Babys vorbei mitten auf die gedeckte Picknickdecke. Ebenso interessant fand ich wie viele Menschen Angst vor einer Schildkröte haben! Es begann hektisches Kinderweggezerre und ruckartiges Fußweggeziehe. Es gab eine Sammlung an Schreckenslauten zu hören: "Huh!" und "Uah!" oder "Hrrr!". Einer sagte sogar "KSCH!" und winkte eine scheuchende Bewegung.
Ich zog meine Drachentöterhose an und hab das "gruselige Panzermonster" dann wieder von der Decke entfernt.... *augenroll*
Glücklicherweise war der Großteil der Leute freundlicher und entspannter. Hier ein kurzer Einblick:


Die Medikamente sind nun aufgebraucht, und seit einigen Tagen kommt er auch ohne ganz gut zurecht. Alle paar Tage bade ich ihn, und jeden Tag läuft er hier rum. Jetzt muß er nur noch wieder essen, dann wäre ich richtig glücklich. Am Montag soll ich wieder in die Klinik kommen. Ich bin gespannt was die Ärztin sagt.

Baustelle

15. März 2011

Bevor wir unsere Reise nach Hamburg angetreten haben, hat Fauchi mich bei der Arbeit besucht.
Bei dem Anblick so vieler Kinder hat er vor Schreck sein ganzes Körbchen vollgek****. Was ja schonmal gut ist. Das soll ja alles raus.
Während der gesamten Hinfahrt hat Fauchi einen Steptanz nach dem anderen vorgeführt. Es wurde geklatscht und gejubelt, und ich sagte noch "Spar Deine Energien!".
Angekommen.
Wenn jemand mal Hilfe mit seinem Reptil braucht, kann ich
(klick-> diese Ärzte <-klick)
nur empfehlen. Irgendwie arbeiten da nur Frauen, das Klima ist aber trotzdem gut.
Nun ist es mit Schildkröten ja so, daß man da nicht mal eben das Bäuchlein massieren kann oder so. Der einzig geeignete Zugang zu Magen- und Darmproblemen ist... (<grausige Musik) "die Kloake"! (/grausige Musik>)
Fauchi hat aus Leibenskräften bewiesen woher dieser Name kommt.
Nachdem die Frau Doktor das Tier entleert und auf links gekrempelt hat sagte sie "Oh! Schauen sie mal! Ein Männchen!" Mir wurde ein bisschen blümerant, freute mich aber, daß ich in meiner Ahnung bestätigt war. Fauchi ist ein Kerl. Männliche Schildkröten tragen ihr Geschlecht zum Schutz in einer "kleinen Tasche" in der Kloake. Schlaue Leute.
Dennoch. Soviel Stress ist Fauchi gar nicht gewohnt. Damit er nicht die ganze Zeit in seinem Panzer bleibt, zog man ihn mit einem kleinen Metallhaken am "Schnabel" heraus. Es folgte ein Einlauf, ein Bad und Blutabnahme am Kopf.
Das Ergebnis: Jahrelange falsche Ernährung. Die Nierenwerte sind nicht gut, und die Verstopfung besteht weiterhin. Bindehautentzündung, Kalkmangel.... Kurz: Das Tier ist eine einzige Baustelle.
Die Therapie: Alle drei Tage soll ich Fauchi ein Antibiotikum und ein Bepanthen/Öl Gemisch spritzen. Ja, spritzen! Aber was tut man nicht alles. Wenn mich niemand auf die dabei entstehenden Schweißausbrüche anspricht, schaff ich das. Außerdem gibt es täglich ein pulverisiertes Viertel einer Tablette gegen Nierengrah in die Gurke gemischt sowie ein 20minütiges handwarmes Bad. Augensalbe und eine Extraportion "Dutzidutzi".
In drei Wochen soll ich wiederkommen. Herrje.
Ich bin besorgt und zuversichtlich zugleich. Leiht mir Eure Daumen, damit ich mehr zum Drücken hab.

Ach und weh...

12. März 2011

Es bleibt vorerst traurig.
Fauchi wurde heute nochmal geröngt, und es sieht noch nicht besser aus. Am Montag soll ich sie in die Reptilienklinik in Hamburg-Altona bringen. Sollte es bis dahin noch immer nicht besser sein, würde eine OP anstehen.
Ich werde mich nochmal eingehend mit dieser lieben Kröte unterhalten. Vielleicht finde ich den Selbstheilungsknopf.
Wenigstens frisst sie und spaziert ab und an herum. Solange ihre Beine sie tragen.

Aktuelle Stimmung:
Das Original ist von der australischen Sängerin "Sia".
... die Qualität, ich weiß... Tonstudioschenkungen nehme ich gerne an... ;)

Eine traurige Geschichte

9. März 2011

Es war einmal ein schöner Sommertag.
An diesem schönen Tag ging eine schöne Frau mit einem schönen Mann spazieren.
... durch einen schönen Wald. Sie unterhielten sich und standen, sie guckten und saßen. Ein Bächlein rann an ihnen vorbei, ein Gehölz raschelte.
Sie: "Was ist das denn!?"
Er: "Äh.... Ich glaube eine Schildkröte!"
Sie: "Ob die schwimmen kann?"
Sie setzte die Schildkröte ins Wasser. Die blubberte und strampelte...
Er: "Die arme!"
Sie: "Ich rette sie!"
Sie nahm das gestresste Reptil mit zu sich nach Hause. Es fauchte und schnaubte und blähte den Hals. Die schöne Frau taufte das Tier auf den Namen "Fauchi", richtete ein Terrarium mit Heu und Hamsterspäne ein, und gab ihm Salat und Äpfel zu fressen.
Zu etwa dieser Zeit zog der Vater meiner Tochter in dieses Haus und begann die schöne Frau zu lieben. Meine Tochter war zu höchst begeistert und kümmerte sich und erzählte "Fauchi hier, Fauchi da!"
Der Sommer ging, der Herbst kam.
Ich erzählte den dreien, daß Schildkröten Winterruhe halten. Das sei wichtig. Sie sollten einen Arzt aufsuchen und besprechen was zu tun wäre. Sie brachte es nicht übers Herz, er ergab sich. Fauchi verbrachte den Winter im Terrarium oder auf dem Sofa. Man ließ ihn auf dem Fußboden laufen und der Katze nachjagen. Es gab reichlich Früchte und Katzenfutter zu essen. Fauchi wuchs und wuchs, der Panzer verformte sich.
Ich erzählte, daß Schildkröten auf keinen Fall Fleisch essen sollen. Der Darm! Denkt an den Darm! Es ist viel zu viel Eiweiß im Fleisch. Und die Früchte! Bitte gebt ihm keine Bananen, Äpfel und all diese Dinge. Es ist viel zu viel Zucker in den Früchten. Denkt doch an den Darm!
"Aber er frisst es doch so gerne!" sagte die schöne Frau.
Der Winter ging, der Frühling kam.
Fauchi durfte wieder im Garten wohnen. Der schöne große Garten. Fauchi grub sich Wohnhöhlen, badete im Klee, genoß die Sonne und das Leben. Ebenso nistete sich mein Kind in diesem Garten ein. Sie erlebten den Sommer zusammen und kamen sich näher. Das Kind schlief in der Abendsonne, und Die Schildkröte schlief in ihrer Armbeuge.
Der Sommer ging, der Herbst kam...
Alles wiederholte sich. Mittlerweile bekam Fauchi auch kleine Kochreste zu essen. kleine abgeschnitte Putenfleischstückchen die gleich in die Pfanne sollten. Der Panzer verformte sich immer mehr, Fauchi wurde immer träger.
Drei Jahre ging es so. Mir blutete das Herz.
Im Januar sagte die schöne Frau: "Im Mai kommt mein Baby zur Welt. Da hab ich bestimmt viel zu tun. Und irgendwie habe ich festgestellt, daß so eine Schildkröte irgendwie nicht so mein Haustier ist...  Ich glaube, ich bringe sie wieder in den Wald."
Bis jetzt bin ich entsetzt und sprachlos. Das Kind weinte und flehte: "Fauchi stirbt im Wald! Bitte hol ihn zu uns nach Hause! Bitte..."
Seit Ende Januar wohnt Fauchi nun bei uns. Es geht ihm schlecht. Ich habe die Hamsterspäne durch Terrarienstreu ausgetauscht, es gibt Salat und Gurke und Schildkrötenpellets zu essen. Fauchi hat ein kleines Schlafhäuschen im Terrarium, und er wurde zusehends agiler. Mittlerweile hat er einen guten Bezug zu mir. Wir haben eine passende Kommunikationsebene gefunden, und er reagiert sogar auf seinen Namen. Manchmal boxt er mich oder versucht mir in den Finger zu beißen. Und manchmal lege ich mich zu ihm auf den Fußboden, und er reibt seinen kleinen Kopf an meiner Nase oder schläft an meinem Hals ein. Das Kind ist froh und erleichtert und irgendwie stolz.
Dennoch merkt man deutlich, daß Fauchi nicht ganz gesund ist. Und heute... Heute hatte Fauchi einen Darmvorfall. Es war eine Qual. Offensichtlich war das ganze sehr schmerzvoll. Fauchi wagte es nicht seinen Panzer auf den Boden zu legen, stand wackelig auf "Zehenspitzen" da und fauchte. Ich nahm ihn hoch und half ihm mit einer Massage. Beim Tierarzt stellte sich heraus, daß ein schlimmer Darmverschluß vorliegt. Auslöser ist ein Fremdkörper im Darm, wahrscheinlich Hamsterspäne. Durch falsche Ernährung und fehlende Winterruhe, sind die inneren Organe, insbesondere der Darm stark geschwächt. Der Fremdkörper konnte nicht abtransportiert werden. Nun bekommt Fauchi Antibiotika und Paraffinöl, und es besteht Lebensgefahr. Am Samstag ist der nächste Tierarzttermin, und ich bete. Ich bete nicht oft, aber jetzt tu ichs.
Ich wünschte, die schöne Frau hätte dieses Leid gesehen. Ich befürchte aber, daß sie auf diesem Auge blind ist.

Wir wollen Fauchi nicht verlieren.

 
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