Nur einen Sommer...

10. Februar 2012

Lieber Fauchi,

schön, daß Du Dein letztes Lebensjahr bei uns verbringen konntest.
Wir kennen Dich seit über vier Jahren und hatten Dich von Anfang an in unsere Herzen geschlossen.
In der Zeit als Du bei uns warst haben wir mit Dir und für Dich gekämpft, daß Du so gesund wie möglich werden kannst.
Der letzte Sommer mit Dir war toll. Danke, daß Du den Willen hattest weiter zu leben. Es hat sich wirklich gelohnt.
Wir alle wussten, daß Du nie ganz gesund werden kannst, und daß dieser Tag früher kommen wird als es für Dich anfangs vorgesehen war.
Es war schlau von Dir in der Winterzeit zu gehen. So wirst Du durch die Kälte keine großen Schmerzen gehabt haben.

 
♡ Wir vermissen Dich sehr, Fauchi. ♡


Klaus und das Seemonster

16. Januar 2012

Es war ein Tag mitten in der Woche.
Mit dem Bewusstsein, daß ich am nächsten Tag um 12 Uhr bei der Arbeit sein muß, fand ich mich letzte Woche plötzlich abends in meiner Lieblingskneipe wieder. Ich trank Alsterwasser und saß in lustiger und gemütlicher Runde inmitten lieber und meinem liebsten Menschen.
Jule stand neben mir und begann einen auf dem Tresen liegenden Flyer zu zerlegen und in eine neue Form zu bringen. Ich tat ihr nach, und es entstand folgendes:



Ja...
Was damit dann passierte ist kaum in Worte zu fassen. Deshalb hab ich mal wieder gemalt und ja, ich hab hier ganz klar übertrieben. Aber Jule hat angefangen! 
(Und es hat sich gelohnt)

Viel Spaß damit :)



~~KLAUS UND DAS SEEMONSTER~~


 Es war ein schöner Tag.
Vor einiger Zeit baute Klaus zusammen mit seinem Großvater ein wunderschönes Boot, das nur ihm allein gehörte. Wie auch an diesem Tag nutzte er seitdem jede freie Minute, um das große weite Meer zu erkunden. Er ließ sich treiben, genoß die Sonne, und er beobachtete jedes Meerestier das er traf.
Einige Tiere hatten sich schon so an ihn gewöhnt, daß sie ihn freundlich
begrüßten, wenn er vorbeigeschippert kam.
An diesem Tag traf er einen Fisch, den er nun schon lange kannte. Klaus blieb stehen, und sie hielten ein Schwätzchen.


Klaus und der kleine Fisch debattiereten gerade über die Vor- und Nachteile von Windrädern im Meer, als sich plötzlich der Himmel verdunkelte.
Dicke finstere Wolken zogen auf, und das Meer wurde unruhig. Da wo eben noch die Sonne ihre Strahlen reckte und streckte, schien es besonders düster zu sein. 
Der kleine Fisch bemerkte ein tiefes unheimliches brummendes Geräusch und konnte sich vor Angst kaum noch bewegen.


Er erschrak fürchterlich, als plötzlich ein riesiges Seemonster auftauchte.
Es hatte ein unglaublich großes Maul mit spitzen Zähnen, und es roch, als ob es sich diese noch nie geputzt hätte.
Erst stotterte der Fisch noch unverständliche Satzfetzen, dann sagte er nur schnell "Bis bald Klaus! (hoffentlich...)" und verschwand im weiten Meer.


 Das Seemonster kam immer näher, und Klaus musste vor Angst fast weinen. Nun hörte auch er dieses unheimliche Geräusch, und es kam eindeutig von dem Seemonster. "Es hat Hunger!", dachte er. "Es ist sein Magen! Der knurrt so laut! Gruselig!"
Klaus duckte sich und machte sich ganz klein. Man konnte ihn in seinem Boot fast gar nicht mehr sehen. 
So tief in seinem Boot verborgen hörte er auch noch ein anderes Geräusch. Es klang, als ob jemand schwimmen würde. "Der kleine Fisch!" rief er. "Er kommt mich retten!" Vorsichtig wagte er einen Blick über den Bootsrand.


Klaus traute seinen Augen kaum: "JEVERFLASCHE! Wir haben uns ewig nicht gesehen!" Aber seine Freude über das Wiedersehen hielt nur kurz an, denn der Magen des Seemonsters knurrte immer lauter. Klaus hatte sogar das Gefühl, daß die scharfen Zähne noch spitzer würden.
Jeverflasche guckte so böse er konnte und kratze das Seemonster so fest es nur ging.
Es jaulte auf.


Klaus staunte über den Mut der grünen Flasche, und die schimpfte und schrie das Seemonster an, daß es verschwinden solle.
Jeverflasche und er trafen sich schon einige Male. Das arme grüne Ding wurde von Jugendlichen zusammen mit einigen Artgenossen am Strand direkt am Wasser festgebunden. "Dort sollte ich kühl gehalten werden, damit ich nicht überkoche...", erzählte er Klaus einst. "Aber ich wäre fast ertrunken!"


 Damals konnte sich Jeverflasche befreien. Er sägte das Seil mit dem er gefesselt war mit seinem scharfen Kronkorken durch und trieb seitdem ziellos durchs Meer.
Das brummende Geräusch das von dem Seemonster ausging verwandelte sich nun langsam in ein enttäuschtes Grummeln. Das gräßliche Ding trat den Rückzug an. 
Klaus war beeindruckt.


Er brauchte sich nun nicht mehr verstecken und stand langsam auf. Klaus konnte sogar wieder lächeln. Siegessicher und fast spottend winkte Jeverflasche dem Seemonster hinterher
"Und komm ja nie wieder!", rief er ihm nach.


Als das Seemonster wirklich weit genug weg war, winkte auch Klaus. "Genau! Laß uns bloß in Ruhe!"
Er war stolz auf Jeverflasche. So einen tapferen Freund trifft man nicht alle Tage.
So schnell die düsteren Wolken auftauchten, so schnell verschwanden sie auch wieder. Das Meer beruhigte sich, die Sonne schien wieder in vollem Glanz.


Auch der kleine Fisch war plötzlich wieder da. "Ich bin so ein Angsthase!", sagte er entschuldigend. "Aber nun sind ja alle wieder in Sicherheit.", freute sich Klaus. "Was für ein aufregender Tag!"
Jeverflasche, der kleine Fisch und Klaus trafen sich nun fast täglich, und sie sollten den anderen Meeresbewohnern immer wieder die Geschichte von der tapferen Jeverflasche erzählen, die das böse Seemonster in die Flucht schlug.

~~ENDE~~


Als "Kulissen" für diesen Comic fand ich über die Google Bildersuche mit dem Stichwort "Meer" zwei wunderschöne Ölgemälde.

und
"Bewegtes Meer" von Catherine Buchmann

Origami Yoda

13. Januar 2012

(Link zur Amazonseite)


So heißt das Buch von Tom Angleberger, das ich neulich entdeckt habe. Eins unserer Kinder bekam es zu Weihnachten geschenkt und brachte es stolz gleich nach den Ferien mit.
Ich überflog einige Kapitel und las den Rückentext. Es ist ein schönes Jugendbuch, das sich mit der Thematik "Außenseiter sein - Und wie man damit umgeht" beschäftigt. Es ist witzig geschrieben, bringt aber auch den nötigen Ernst zu diesem Thema mit.

Das tollste an dem Buch ist aber, daß es darin eine Yoda-Origami-Anleitung gibt.
Fand ich zumindest.
Erst wollte ich es scannen und öffentlich machen. Da aber auf nahezu jeder Seite darauf hingewiesen wird, daß es sich bei dem gesamten Buch um urheberrechtlich geschütztes Material handelt, hab ich einfach einen kleinen Auszug daraus zusammengestellt. Man weiß ja nie...


Die Anleitung hab ich natürlich gleich getestet und bin ziemlich schnell darauf gekommen, daß es eigentlich nur ein wenig Fantasie braucht um das nachzustellen...

...zweimal links, einmal rechts, umdrehen, stülpen, knicken, drehen...

TADAA!


So sah er dann aus. Meine Version von einem Yoda-Orakel. Tolle Sache.
Und da ich eh gerade dabei war Bilder zu bearbeiten, hab ich ihn auch gleich nach Dagobah gebracht:

-zur größeren Ansicht aufs Bild klicken-


Viel Spaß beim Nachfalten :)

Samstag, 31. Dezember 2011

1. Januar 2012

Dem ist außer ein gutes neues Jahr zu wünschen nichts hinzuzufügen.


Isn't it lovely?

17. Dezember 2011

Laut Google Maps wohnt meine andere Hälfte etwa 155 Kilometer von mir entfernt.
Und da das nicht schon unangenehm genug ist, häufen sich die Hürden seitdem ein Umzug in die gleiche Stadt geplant ist. Es gibt einfach Dinge, die man nicht planen kann, die aber trotzdem passieren. Seit Jahren wollen wir diesen Umstand ändern, aber immer gibt es Gründe die das verhindern.
So geht es nur schleppend voran, aber der erste Schritt war schon getan. Es ergab sich ein Arbeitsangebot für ihn in dieser Stadt. Das ist erstmal toll, gestaltet sich aber sehr schwierig. Er ist stolzer Papa von drei großartigen Katzen, und er kann sie nicht so lang allein lassen.
Das bedeutet, daß er momentan nur zum arbeiten herkommt. So haben wir noch weniger Zeit füreinander, als sonst schon...
Und vor zwei Wochen passierte die Superwurst!
Der Herr im Haus - der Kater - brauchte an einem Donnerstag eine Operation mit Vollnarkose. Meine Hälfte sollte nun aber am Freitag Abend arbeiten. Damit der Herr Kater dann jemanden zum Pfötchenhalten hat schlug ich vor dort zu sein, damit der geliebte arbeiten gehen kann.
An dem Samstag hatte ich geplant ein Konzert zu besuchen. Die Karte hing schon seit einem halben Jahr an meiner Pinnwand, und ich freute mich riesig darauf.  Aber so ich machte mich schweren Herzens auf den Weg die Karte wieder zu verkaufen und fuhr los. Wir tranken noch schnell einen Kaffee zusammen, dann fuhr er los.
Trotz meines Wehmuts um das Konzert hab ich ein sehr schönes Wochenende mit den Flauschbällen verbracht. Alles war still, und ich habe mich einfach entspannt.
Wir beobachteten die dicken Krähen, wie sie das Obst und die Körner "reißen", die die Nachbarin hinterm Haus ausgeteilt hat. Aasfresser.


Alle fliegen hastig davon, wenn das Eichhörnchen mit leisen Schnattergeräuschen elegant angesprungen kommt um sich ebenfalls am Buffet zu bedienen.

Wir haben Verstecken gespielt...

... uns ausgeruht...

.. und Wärme gesucht.

Am Samstag Abend kam meine Hälfte todmüde und völlig geschafft wieder. Am nächsten Tag trat ich dann wieder meinen Heimweg an. Das Wochenende hatte mich ein bisschen melancholisch gemacht. Ich hing schweren Gedanken nach und wünschte, daß diese Zeit bald ein Ende haben soll. Ich wurde sogar philosophisch. Ich wünsche einer Zeitära das Ende, um mehr Zeit für meine Wünsche zu erlangen. Wie egoistisch von mir so über ein so kostbares Gut zu denken.
Als ich zu Hause ankam ließ eine kleine Überraschung wieder lächeln.
Auf dem Tisch im Wohnzimmer fand ich folgendes:

Herzschoki!

Und eine wunderschöne Rose.

Isn't that lovely?
Die hielt nun fast zwei Wochen. 
Darüber hab ich mich sehr gefreut, und solche kleinen Gesten bringen Licht in diese scheinbar endlose, wabernde Nebelphase. 

Danke, Ihr Poeten

15. November 2011

Herbst 


Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
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Im Nebel


Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unenntrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Herbstgefühle

14. November 2011

Also eigentlich bin ich ja bekennendes Sommerkind.
Ich mag es, wenn ich mich nicht viel kleiden muß, wenn ich einfach irgendwo mal kurz stehen bleiben kann, und die Sonne mich durch und durch wärmt. Ich mag, wenn ich mir Schatten suchen muß, und ich liebe das Geräusch den der Sommer macht. Quietschende Kinder unter Rasensprengern, ächzende Vögel, die sich durch flirrende Luft kämpfen.
Da gehöre ich hin, und da will ich sein.
Und jedes Jahr spielt sich das gleiche ab. Es wird kälter, ich muß Jacken tragen und bekomme schlechte Laune.
Aber dann kommt der tatsächliche Herbst. Man kann riechen wie die Blätter sich verfärben, ich schrecke abends hoch, weil ein Windstoß lauthals die Äpfel vom Baum im Hof bläst, auf einmal wachsen Pilze an den unmöglichsten Orten, die Sonne geht irgendwie anders unter, und Graugänse quaken sich den Weg nach Tunesien.
Und dann fühle ich mich plötzlich wohlig. Es wird langsam kalt, und es frostet ab und an, und dann freue ich mich auf Schnee und Nebel.
Lieber Herbst, ich mag Dich doch!
Für mich beginnt dann schon immer das neue Jahr. Alles legt sich langsam zur Ruhe und bereitet sich auf den erneuten Start im Frühling vor.
Außerdem kann man jetzt viele schöne Dinge fotografieren:








Jetzt brauche ich nur noch einen neuen Mantel und Stiefel, dann kann ich die Zeit so richtig genießen.

Schönes Lübeck

1. November 2011

Am 26.10 waren wir mit unserer Kinderhorde in Lübeck, um uns ein Puppentheaterstück anzusehen.
Das war wirklich toll. Aber ich hätte gern ein bisschen mehr Zeit gehabt um Lübeck an sich zu erkunden. Ich weiß, daß ich ab und an als Kind da war. Aber damals war mein Interessenbereich noch anders verteilt, und ich erinnere mich nicht mehr an alles.
Von diesem kurzen Ausflug habe ich aber ein paar Eindrücke mitgebracht, die wirklich interessant sind.
Was natürlich als erstes auffällt ist, daß Lübeck und Lüneburg rein optisch sehr ähnlich sind. Und es sieht nicht nur so aus, denn ist tatsächlich so, daß die gleichen Baumaterialien verwendet wurden. Zu Mittelalterzeiten war Lüneburg eins der ersten Mitglieder der Hanse. Wegen des hohen Salzvorkommens war die Stadt ein beliebter Handelspartner. Lüneburg hingegen benötigte robuste Baumaterialien. Woher diese kamen erkennt man deutlich, wenn man mal beide Städte besucht hat. In beiden Städten baute man Häuser mit Treppgiebeln und verschönerte Hauseingänge mit Tausteinen.


Selbst die beiden St. Marien Kirchen sehen gleich aus. Bis auf den Unterschied, daß die in Lübeck um einiges größer ist...



Wenn man vom Lübecker Hauptbahnhof


in die Altstadt will, geht man über die PuppenbrückeDort stehen acht große Statuen aus Stein. Der Bildhauer Dietrich Jürgen Boye fertigte diese zwischen 1774 und 1776 für die Brücke an. Seit 1984 stehen die Originale witterungsgeschützt im St.-Annen-Museum in Lübeck. Auf der Brücke stehen originalgetreue Kopien.



In der St. Marien Kirche steht eine riesige Astronomische Uhr mit einer Kalenderscheibe.



Da werfen sich mir natürlich Fragen auf. War die Kirche nicht immer mit Astronomie auf Kriegsfuß? Hat die Inschrift unter der Uhr tatsächlich den Menschen damals glauben gemacht, daß Gott dafür zuständig ist? Ich finde die Aufforderung klingt fast wie eine Drohung. Hat Gott das so gewollt?
Das Internet gibt dazu nicht viel her, also werde ich wohl kaum befriedigende Antworten bekommen.

Im Kirchhof dann findet man einen langen Granitquader, der wie ein vergessenes Bauteil aussieht. Um diesen Stein rankt sich eine Geschichte, die es in verschiedenen Versionen gibt. Der Grundtenor lautet folgendermaßen: Der Teufel verfolgte das rege Treiben der Menschen auf dem noch leeren Platz. Er beobachtete wie nach und nach ein Gebäude entstand. Als er jedoch bemerkte, daß das neue Werk eine Kirche werden wird, war er voller Zorn. In seiner Wut nahm er einen großen Stein, warf ihn Richtung Kirche und verfehlte diese. Es erschien der Stein dort also “von Teufels Hand”, so erzählt man sich…
Im Jahr 1999 fügte der Bildhauer Rolf Goerler den Teufel mit den goldenen Hörnern hinzu.

Der sieht gar nicht so böse aus...

Auf dem Rückweg machten wir dann noch am großen Holstentor Rast. "Concordia domi foris pax" steht als Inschrift auf der Feldseite am Tor. Es bedeutet "Eintracht innen, draußen Friede". Diese Inschrift findet man auch am Rathaus in Lüneburg. ... In Hamburg auch. Scheint hanseatisch beliebt zu sein ;)



Zu guter allerletzt fand ich dort im Rasen noch hübsche Pilze. Ich hab keine Ahnung was das für welche sind...



Das war ein schöner und interessanter Tag. Und ich weiß, ich werde diese Stadt wieder besuchen.

 
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