Mops meets Schröte

16. Oktober 2011

Das ist Balu:


(Quelle: Herrchens Videopost bei YouTube)

Balu ist ein unglaublich liebenswerter Mops, der bei meiner Freundin wohnt. Sie hat ihn damals bei einer Familie abgeholt, die ihn aus Gründen nicht mehr halten konnte.
Er ist sehr charmant, etwas naiv, neugierig und treu bis auf die Knochen. Und die Tatsache, daß er nur noch ein Auge hat macht ihn irgendwie noch sympathischer. Das fällt nur dann auf, wenn er einen mit seinem niedlichsten Blick anguckt, oder er gegen den Türrahmen läuft, weil er mit seinem Auge nach oben guckt, wenn jemand einen Teller in die Küche trägt. Es könnte ja was runterfallen!
Jemand kommentierte ein Foto von ihm bei Facebook etwa so "Schau mir ins Auge, Baby!"
Er bringt alles an Kindchenschema mit, was ein Mops so braucht: Großes Auge, Stupsnäschen, Schmollmundfalten, Kuschelbedürfnis, Anhänglichkeit...
Auch ich bin ihm verfallen, und ich bin sehr froh darüber, daß er eine so gute Familie gefunden hat.

Gestern war er das erste Mal hier zu Besuch. Er kam mit Frauchen und einer weiteren Freundin, und wir hatten einen supertollen Abend!
Und dann! Dann hat er Fauchi entdeckt! Erst war es ihm wohl langweilig, aber dann hat der Herr Schröte sich bewegt. Balu hat ihn ausgiebig beschnuppert, mal dran geleckt, und Fauchi war komplett in seinem Panzer verschwunden...
Dann wurde er angeschoben, und Balu kratzte auf dem Panzer rum. Vielleicht hat er gedacht, daß man den öffnen könnte, damit das lustige Tier wieder zum Vorschein kommt.
Damit das verschreckte Schrötentier nicht zuviel Angst haben muß, hab ich mich dazugelegt und ihm gut zugeredet. Und wie ich es immer mache, wenn Fauchi gestresst ist, knutsch ich ihm auf den Panzer. Eigentlich kommt er dann immer wieder raus, aber gestern hat Fauchi es vorgezogen im sicheren Panzer zu bleiben.
Aber Balu fand das wohl ganz spannend...
Die ausgiebige Fotodokumentation dazu hier:












Danke für den lustigen Abend, Mädels!

Arschlochbaum

29. September 2011

Ok...
Ich habe heute zwei... naja... sagen wir mal ... "witzige" Entdeckungen gemacht.
Vielleicht war es bei der einen Entdeckung bloß Situationskomik, und vielleicht finde die andere Entdeckung nur ich witzig... Aber das darf jeder selbst entscheiden.

Die erste Entdeckung:
Der ein oder andere kennt sie sicher schon.
"Nadine von Frauentausch".
Sie ist nicht die Entdeckung, die ich heute fand. Sie ist nur die Vorgeschichte.
Diese junge Frau zeigte im Fernsehen eine Form von "Nicht-Intelligenz", die mich überhaupt gar nicht bedrückt. Ich will extra nicht Dummheit sagen, weil das irgendwie nicht zutreffen würde. Ich kann mir gut vorstellen, wie sie vielleicht als kleines Mädchen gewesen ist, und dumm war und ist sie sicherlich nicht. Ihr fehlen einfach nur grundlegende Denkfähigkeiten, und ihr scheint es damit recht gut zu gehen. Jedenfalls sieht sie nicht wie ein trauriger Mensch aus.
Für alle die sie noch nicht kennen, oder die nochmal erinnert werden möchten, hier ein kleiner Zusammenschnitt:



"Für meine Kinder kann auch schon mal aus der Dose sein."
Die Art in der sie dort dargestellt wird ist mir irgendwie sogar sympathisch.
Nun folgendes:
Wie es schon im Titel heißt, geht es dort unter anderem auch um Erdbeerkäse (ab Minute 3). Als ich das sah fragte ich mich die ganze Zeit, was wohl dieser ominöse Erdbeerkäse sein soll. Das hatte ich noch nie vorher gehört. Ich dachte eine Weile darüber nach, dann hörte ich damit wieder auf.
Aber heute! Heute früh bei der Arbeit! Wir wollten wie jeden Donnerstag zusammen frühstücken, leerten den Kühlschrank und trugen alles auf den Tisch. Da plötzlich wurde mir alles klar!
Erdbeerkäse!


Und nochmal, weil es so schön ist:


Jetzt! weiß ich was Erdbeerkäse ist!
...
Probieren wollte ich ihn aber trotzdem nicht...

Die zweite Entdeckung:
Der ein oder andere hat sich vielleicht schon gefragt, warum der Beitrag hier eigentlich "Arschlochbaum" heißt. Das liegt an dem Baum, den ich vorhin sah.
Ich hab in fotografiert:


Erstmal sieht er vielleicht gar nicht so sehr wie ein Arschloch aus.
Wenn man das Bild jetzt aber um 180° dreht, mit einer intelligenten Schere den Hintergrund auswählt und diesen dann bei 50% Deckkraft mit #f6f5cd füllt, um das eigentliche Motiv hervorzuheben, hier ein bisschen schneidet, und da ein wenig retuschiert....
Naja dann sieht der Baum halt so aus:


Jetzt leuchtet der Titel ein, oder?
:)

Hast Du gut geschlafen?

13. September 2011

Der vergangene Mittwoch war ein echt anstrengender Tag.
Ich traf anstrengende Kinder, hörte unfassbares von anstrengenden Müttern und unsägliches von Lehrern, wo ich nur den Kopf schütteln und mir auf die Lippen beißen konnte.
Zu allem Überfluß entleerte noch die Batterie einer unserer vielen Rauchmelder ihre letzte Energie und schlug Alarm. Es ist dann nicht so, daß nur diese eine Rauchmelder aus vollen Kräften piept... Nein... Die Mistviecher sind funkverbunden, und es schreien dann ALLE Rauchmelder herz- und trommelfellzerreißend. Die anderen kann man nach und nach ausstellen, aber der betroffene brüllt einem dann noch weiter seinen Zustand in die Frisur. Solange, bis man ihm eine neue Batterie in den Rachen wirft.
Ich war so froh, als ich nach Feierabend und einem Kaffee die letzte Station des Tages anpeilen konnte. Der Supermarkt! Wenn das überstanden ist, könnte ich ein bisschen meine Gitarre quälen, und dann ist Ruhe.

Am Brotregal stand ein Mann, der nach Verzweiflung, Pipi, Hunger, erbrochenem und Alkohol roch. Er nahm einen Kamm aus seiner Hosentasche und sortierte seine ungewaschenen Haare. Seine Finger waren so voller Dreck, daß ich nicht erkennen konnte wo die Fingernägel anfangen. Ich wartete bis er weiterging und griff dann schnell ein Toastbrot. Sein Geruch war so beißend und schwer, daß er einfach stehenblieb, obwohl der Mann schon weitergegangen war. Ich konnte nicht verhindern, daß ich husten und das Gesicht verziehen musste. Der Mann drehte sich ruckartig um, grinste irgendwie... schelmisch und kam wieder zurück.
Er sagte: "Nimm ein anderes Brot!"
- "Warum?"
- "Guck doch! Aus dem hab ich eben zwei Scheiben rausgenommen."
- "Oh! Danke!"
Wir lächelten uns höflich an, ich versuchte nicht zu atmen. Er schluffte wieder weiter, ich legte die Packung ganz nach hinten und nahm mir eine andere. Gedankenvoll ging ich weiter. Er sah so müde aus. Es war so eine Müdigkeit, bei der einfacher Schlaf nicht ausreichen würde. Eine ausgiebige Dusche, eine Rasur, einen anständigen Kaffee, neue Schuhe, einen gewaschenen Mantel, eine magenfreundliche Mahlzeit mit anständigen Zähnen, eine Umarmung von Herzen und ein sauberes warmes weiches Bett dachte ich, könnten seine Müdigkeit vielleicht für einen kurzen Moment bei Seite legen. Aber das war nur Spekulation. Ich sah an ihm einfach nur Resignation, Müdigkeit und tiefes Unglück.
Ich kam an der Wursttheke an, und er stand wieder vor mir. Er fragte höflich aber eine Antwort aus seinen Vorstellungen fordernd, ob er ein oder zwei Scheiben Mortadella bekommen könnte. Es dürfte auch gerne Verschnitt sein. Er hielt der Dame die beiden Scheiben Toast vors Gesicht, und sie verzog es ebenso unkontrolliert, wie ich es vorher tat. Sie lächelte professionell, sagte "Gerne!" und legte ihm eine frisch geschnitte Scheibe Mortadella aus der Auslage auf jede Toastscheibe. Er bedankte sich und ging weiter.
Ich sah die Frau an und fragte mich, ob sie sich nicht wunderte, wo er die Toastscheiben her hat. Aber sie war schon wieder mit anderen Kunden beschäftigt.
Auf dem Weg zur Kasse ging ich an der Haushaltswarenabteilung vorbei und sah wie der Mann eine Packung Frischhaltefolie öffnete, etwas herausnahm und seine Brote einwickelte. Ich musste grinsen. Er tat alles so, als wäre er in seiner riesigen Küche. Ganz selbstverständlich. Und niemandem schien es aufzufallen.
An der Kasse dann stand er hinter mir, und ich wollte nur noch frische Luft. Ich versuchte alles schnell einzupacken und sah, wie er eine Dose Bier mit einem Leergutbon bezahlte. Er verließ den Laden, und die Frau an der Kasse besprühte mit hysterischem Blick alles mit Desinfektionsspray.

Noch zu Hause musste ich über diesen Mann nachdenken. Undefinierte Gedanken, die ich mehr fühlte als dachte.
Ich spielte meine Gitarre und sang meine Stimme. Der Tag war vorbei.
Am nächsten Tag war mir elend. Mein Rücken tat so weh, es war viel zu früh, der Kaffee schmeckte nicht, ich hatte Husten, und ich hatte nicht das Gefühl wirklich geschlafen zu haben. Zum Jammern war mir.
Dann musste ich wieder an den Mann denken und schämte mich kurz ein bisschen über meine Unzufriedenheit. Ich sollte froh sein.

Später dann konnte ich mir eine Pause von der Arbeit freischaufeln, und ich freute mich auf eine Zigarette auf der Parkbank.
Auf der Nachbarparkbank saß der Mann vom Vortag. Seine Haare waren kürzer, und sein Gesicht war rasiert. Die Finger hatten Hautfarbe, und es stieg kein beißender Geruch auf. Er lächelte zahnlos in einen löchrigen Jutebeutel hinein und machte Geräusche, als würde er gleich "Hehehehe!" sagen. Aus dem Beutel zog er ein Gebiß und setzte es ein. Er stellte die Dose Bier auf die Bank und packte grinsend zwei Scheiben Toast mit Mortadella aus. Eine Scheibe Mortadella legte er auf die Folie, klappte die beiden Brotscheiben zusammen und biß genüßlich rein. Dann öffnete er das Bier, trank einen großen Schluck und machte das typische "Ahhhh!" Geräusch nach dem Trinken. Er wurde abgelenkt, als ich meine Zigarette anzündete. Er kaute hastig auf und fragte, ob er die haben könnte. Da ich nur diese bei mir hatte, machte ich sie vorsichtig wieder aus und legte ein Feuerzeug und die Zigarette neben sein Bier. "Oh! Toll! Dankeschön." Er grinste die ganze Zeit. "Hast Du gut geschlafen?", fragte ich, und er kaute "Ja, sehr gut sogar!" Ich stand auf und ging wieder zurück. Hätte er keine Ohren, hätte er im Kreis grinsen können "Hmhm! Ich wünsch Dir einen schönen Tag!", sagte er. - "Danke. Den wünsche ich Dir auch."

Lüneburgschen Anzeigen Teil 2

7. September 2011

Tja, was soll ich sagen...
Ich postete das ganze bei Facebook, und eine sehr liebe Journalistin war direkt interessiert einen Artikel über diesen Fund zu schreiben.
Sie kam, hörte geduldig zu und schrieb...


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Zeitzeugnis aus Papier
M_____________ entdeckt Zeitungsausschnitte aus dem Jahr 1908 im Spalt eines Holzbalkens


dax Lüneburg.
Ihren Enkelkindern hat E__________ schon Bescheid gesagt: Oma kommt in die Zeitung. Der Pressetermin führt die 92-Jährige in die Vergangenheit, in jenes Dachgeschoss, das Ehemann Heinz vor mehr als 60 Jahren ausbaute. Seither lebt sie in dem charmant-schiefen Lüneburger Altstadt-Haus, mittlerweile ein paar Etagen tiefer. Vor sieben Jahren zogen M_____________ und Tochter D_____ unters Dach. Bei der Renovierung entdeckte die junge Mutter Dämmmaterial der besonderen Art: alte Zeitungsausschnitte der "Lüneburgischen Anzeigen", dem Vorgänger der Landeszeitung, aus dem Jahr 1908.

"Forstmeister Herlövs Schlitten hielt vor der Tür, und der Forstmeister und seine Frau saßen wohlverpackt in großen Pelzen und warmen Fußsäcken darin. . . . Der Forstmeister knallte mit der Peitsche, und unter klingendem Schellengeläute setzten sich die Braunen in Bewegung." Es ist ein Auszug aus der Novelle "Besuch im Forsthause", den M_____________ flach geknüllt in den Ritzen eines Holzbalkens gefunden hat.

Ebenso wie ein Zeitungspapier mit Tipps für das Kurieren einer Magenverstimmung unter dem Titel "Gemeinnütziges": "Wer sich den Magen verdorben hat, kuriert sich selbst, und zwar durch das einfache Mittel des gänzlichen Fastens während 24 Stunden." M_____________ schmunzelt. "Das ist nicht wirklich anders als heute."

Das Datum der Ausgabe ist noch gut zu lesen: 29. März 1908. Die Auszüge stammen aus der Sonntagsbeilage mit dem Titel "Erica". Am Montag ist die Zeitung damals noch nicht erschienen. "Eine Freundin wohnt auch an der Neuen Sülze. Die Wände waren dort mit Zeitungen tapeziert", sagt M_____________. Ihre Nachbarin E__________ erinnert sich noch gut daran, wie ihre Bleibe damals geschnitten war. Damals, als sie noch mit Ehemann Heinz im Dachgeschoss lebte. "Wir sind am 23. Dezember 1949 eingezogen. Mein Mann, mein Sohn und ich hatten gemeinsam ein Zimmer." Heinz Wagner verstarb im Alter von 48 Jahren, Ehefrau Elli entschied sich, weiter in dem Stadthaus zu wohnen.

Dass es im Wohnungsbau der 30er- bis 50er-Jahre nicht unüblich war, Wände mit Zeitungen zu bekleben oder diese als Dämmmaterial zu nutzen, erklärt Peter Wegner, Vizepräsident des Bundesverbands Wohneigentum: "Damit wurde der rauhe Putz ausgeglichen, und es war zugleich eine Isolierung." In den 50er-Jahren hatten die Siedlungshäuser einen Spitzboden - die oberste Decke war mit Lehmschlag ausgefüllt, die Deckenkonstruktion bestand aus grobem Rauhspund. "Der Lehmschlag konnte durch die ausgelegten Zeitungen auf dem Rauhspund nicht durchsickern, zusätzlich wurde mit den Blättern gedämmt", sagt Wegner. Die Zeitungsisolierung finde sich heute noch in alten Bauernhäusern und im Siedlungsbau der Jahre 1936 bis 1955. "Zum Vorschein kommt die Bauweise erst bei Abbruch- oder Renovierungsarbeiten."
03.09.2011
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Quelle: www.landeszeitung.de

Lüneburgschen Anzeigen

24. August 2011

Vor etwa sieben Jahren zog ich mit meiner Tochter in diese tolle Wohnung am Anfang des Senkungsgebiets.
Altbau. Ich liebe Altbau.
Saniert ist es hier auch, und das Haus wird regelmäßig "gewartet", damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt. Durch meine ganze Wohnung zieht sich ein alter Fachwerkbalken, den ich besonders hübsch finde.
Im Wohnzimmer befindet sich direkt neben einem Längsbalken in der Wand eine alte Telefonbüchse. Als ich hier einzog steckte ich mein altes Telefon mit dem ebenso alten Telefonstecker in diese wirklich alte Telefonbüchse und stellte fest, daß sie nicht mehr funktioniert. Am anderen Ende des Raumes befand sich die neue Dose. Da mein Telefonstecker aber leider kaputt war, konnte ich ihn nicht einfach so wieder herausziehen. Eine Hälfte wäre für immer in der alten Büchse geblieben. Also blieb mir nichts anderes übrig als mit einem Kaffee bewaffnet den Stecker langsamst hin und her zu ruckeln, und ihn so ganz sanft rauszuschieben.
So saß ich da eine gefühlte Ewigkeit, trank Kaffee, übte mich in Feinmotorik und betrachtete den Balken.
Das Holz ist alt, und weist an einigen Stellen deutliche Schwindrisse auf. Ich sah in einen großen Riss und bemerkte, daß ein Weberknecht darin wohnt. Ich holte eine Taschenlampe um nachzusehen, ob da hoffentlich nicht noch andere Leute ihre Villen drin gebaut haben. Holzböcke oder so. Was für eine furchtbare Vorstellung!
Ich entdeckte keine anderen Lebewesen, aber irgendetwas steckte ganz hinten tief im Riss. Mit den Fingern kam ich nicht ran, also holte ich eine Pinzette.
Zeitungspapier! Ich zog einige Stücke zerknülltes Zeitungspapier aus dem Balken, und dachte mir scherzhaft: "Hoffentlich ist es keine tragende Zeitung...!"
Als ich alle Stücke befreit hatte, glätte ich sie und war sehr überrascht.

Es waren Zeitungsteile der "Lüneburgschen Anzeigen" vom 29. März 1908! Leider fehlt der Teil, aber es lässt sich auf dem Titelblatt erahnen, daß die Zeitung schon damals von der "Von Stern'schen Buchdruckerei" gedruckt wurde.

Das werde ich nochmal recherchieren.

Das Papier der Zeitung war weder laubtrocken, noch wies es Schimmel auf. Es war einfach nur alt. Das beruhigte mich.
Ich ging direkt runter zu meiner Nachbarin Frau W. (ich berichtete vor kurzem von ihr) und las ihr aus der Zeitung vor, die nur knapp älter ist als sie. Sie sagte, daß sie erwähnt werden möchte, sollte ich es der heutigen LZ schicken, und man würde vielleicht darüber berichten. Ich werde ihre Bitte weiterleiten.

Hier noch zwei gut lesbare teile der Ausschnitte:
(zur größeren Ansicht auf die Bilder klicken)


Was für ein spannender Fund...

Mir dämmerts...

23. August 2011

Es war so leise.
Sonntag morgen ging ich über den Sande nach Hause. Über den ganzen Tag verteilt hatte ich eine Menge Alkohol getrunken.
Samstag früh fing es mit Sekt und Zitronensorbet bei einem Familientreffen bei meinen Eltern an. Es folgte noch mehr Sekt. Dann kam ein Alster zum Essen.
Später packte ich zwei meiner liebsten ein, und wir latschten stundenlang durchs "beschauliche" Heimatdorf.

Sonne.


Wärme.

Spaß.

Blödsinn.

Als wir zurück waren gab es Kaffee, Kuchen und Kaffee. Dann noch Kaffee.
Danach war es ein Aquavit... der mir fast im Halse stecken blieb.
Ich musste ihn mit einem weiteren Alster neutralisieren.

Später dann am Abend war ich auf der Geburtstagsfeier eines lieben Freundes.
Da waren Sekt und Leute und Bier.

Es wurde wirklich spät, und ich trat den Heimweg an.
Mein Kopf war voller Dinge. Voller lauter Dinge. Ich dachte einen Gedanken, der hallte dann so in meinem Kopf rum und ignorierte, daß bereits ein neuer Gedanke gedacht wurde. Der zweite hallte auch, ein dritter folgte... und so weiter. Das einzige was ich nicht bemerkte war der Alkohol. Der hatte sich irgendwo versteckt und machte mich nur unzufrieden. Es war so laut, daß ich nicht nach Hause und schlafen gehen wollte. Mir kam es gerade recht, daß mein Weg "zufällig" an meiner Lieblingskneipe vorbeiführte. Ich kehrte ein und traf sofort lauter tolle Leute.
Es folgte Bier, ein ausgiebiges Gespräch mit einer alten lieben Freundin die sich auch spontan dahin verirrte, Bärenfang und wieder Bier.
Es wurde ruhiger, es wurde hell. Ein guter Zeitpunkt.

Ich trat nun wirklich den Heimweg an.

Drei Dinge fielen mir sofort auf:
Die Helligkeit machte mir überhaupt nichts aus!
Mein Körper machte Bewegungen, die ich nicht erwartet hatte.
Es war unglaublich leise.

Die Stille war ebenso erfrischend wie diese warme Morgendämmerung. Normalerweise wäre es mir ein bisschen zu kalt gewesen, aber das wollte ich ganz spüren. Ich zog meinen Pullover wieder aus und ging im T-Shirt weiter.
Am Sande blieb ich stehen und atmete. Das Taxi das vorbeifuhr schien fast gar keine Geräusche von sich zu geben. Der Taxifahrer winkte, aber ich hatte keine Lust zu lächeln. Ich starrte in den Himmel und genoß es darunter zu stehen.

Ich sah zum Kirchturm und schoß ein Foto.

Die Uhr schlug sechs, ich drehte mich um und schoß noch ein Foto.

Jetzt lächelte ich und ging heim.
Ich war zufrieden.

Und als ob der Himmel mich nochmal an diesen Zustand erinnern wollte, tat er am Montag abend das hier:


Frau W.

18. August 2011

Frau W. ist meine Nachbarin.
92 Jahre ist sie alt, und alle hat sie überlebt. Ihre Söhne, dessen Frauen, ihren so sehr geliebten Mann. Und ihren zweiten Mann den sie nie heiratete, um ihn nicht zu verlieren. Auch den überlebte sie.
Bleibt nur noch ihr einziger Enkel. Dieser Enkel hat eine unglaublich liebe Frau geheiratet, und sie bekamen zwei ganz tolle Mädchen. Leider wohnen die etwa 500 Kilometer weit entfernt und können nicht so oft zu Besuch kommen. Aber sie kommen wann immer sie können.
Selbst ich als direkte Nachbarin bin viel zu selten da. Wahrscheinlich wäre ich öfter da, wenn Frau W. Hilfe bräuchte. Aber das ist selten so.

Jeden Tag macht sie auf ihrem Sofa Gymnastik ("Die alten Knochen müßen doch beweglich bleiben!"). Morgens stellt sie sich zwei ein Liter Flaschen mit Wasser auf den Tisch, und bis zum Abend müßen beide leer sein. Sie kocht fast täglich frisch, und vor etwa 20 Jahren hat sie mit dem rauchen aufgehört ("Mein Arzt sagte, das sei wirklich gesünder..."). Immer wenn ich zu besuch bin stellt sie mir einen Aschenbecher auf den Tisch und sagt Dinge wie "Nun rauchen sie doch, Frau A!" oder "Na aber EINE können sie doch!" Sie guckt dann immer ganz verschmitzt, aber den Gefallen hab ich ihr noch nie getan.
Sie geht auch allein einkaufen. An drei aufeinanderfolgenden Tagen macht sie sich auf den Weg zum nahegelegenen Edeka, immer einen Regenschirm in der Hand ("Sooo alt bin ich nicht, daß ich einen Krückstock benutzen muß!"). Zurück fährt sie dann eine Station mit dem Bus, oder sie ruft sich ein Taxi. Am ersten Tag kocht sie sich Kartoffeln mit Butter. Am zweiten Tag gibt es einfach gebratenes Gemüse. Am dritten und am vierten Tag wenn sie nun alles eingekauft hat... dann gibt es Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und Soße und Eis zum Nachtisch. Freitags besucht sie eine Freundin im nicht weit entfernten Seniorenheim und isst dort mit ihr zu Mittag. Samstags und Sonntags gibt es Brot und Käse und Kekse mit Milch.
Ich mag Frau W. sehr. Sie strahlt Ruhe aus und ist fast immer gut gelaunt. Ihre weißen krausen Haare bindet sie immer zu einem Zopf und verziert den dann noch mit einer hübschen Haarspange. Sie riecht überhaupt gar nicht nach alter Frau, sie ist schlank und kleidet sich immer ansprechend. Und so sitzt sie dann immer da und strahlt mit ihren tiefblauen Augen. Wenn ich da bin, kocht sie immer Kaffee und ich bringe Kuchen mit.

Wir unterhalten uns oft stundenlang. Aber Geschichten von "Hach... Damals..." gibt es nicht. Wir unterhalten uns übers Internet, über Musik, sie singt phonetisch etwas von Pink vor (die mag sie so, kann aber kaum englisch), über Politik, Kinder von heute, Verhütung, Beziehungen und über alles andere sonst auch. Es gibt kein Thema, das nicht ausgesprochen wird. Es ist immer schön bei ihr. Frau W. hat einen ganz tollen intelligenten und umfangreichen Humor, den sie bei jeder Gelegenheit anbringt. Bei jedem Gespräch muß ich mindestens einmal lachen oder wenigstens schmunzeln.

Immer wenn so ein Kaffee-Kuchen Nachmittag vorbei ist, hab ich irgendwas tolles mitgenommen. Einen weisen Spruch, eine Anregung für einen anderen Blickwinkel, eine interessante Situationseinschätzung oder einfach nur ein gutes Gefühl.

Neulich fragte sie mich nach meiner Arbeit und den Kollegen. Ich erzählte ihr so einiges und auch von den zwischenmenschlichen Schwierigkeiten die gerade aktuell dort auftreten. Sie hörte aufmerksam zu, nahm beschriebene Situationen aus dem Kontext, setzte sie in andere Lebenssituationen ein und sagte "Es ist doch immer wieder das gleiche. Ich will nicht sagen, daß man sich anpassen muß und klein sein soll. Aber solche Konflikte hat man mit vielen Menschen. Mit den einen kann man sie lösen, mit den anderen nicht. Und wer gesund denkt und handelt weiß, daß er im Recht ist. Was soll man die dummen Menschen bekehren? Wer nicht klug sein will, der soll es auch nicht. Da macht man einfach mit seinen Dingen weiter, und der andere kann ja nachkommen wenn er mag. Und wenn nicht, dann halt nicht. Und so ist der Konflikt dann Vergangenheit. Man macht es einfach besser. Wenn der andere sich noch weiter aufregen will, soll er es tun. Was man in einem solchen Fall tut, lässt sich mit einem Wort beschreiben: Man schweigt und genießt seine eigene Klugheit!" Dann hat sie ganz herzlich und laut gelacht und sich vor lauter Höflichkeit eine Hand vor den lachenden Mund gehalten. Die andere Hand schlug den Tisch, und alles schepperte und bebte. Ich mußte einfach mitlachen. Sie gackerte "Das war viel mehr als ein Wort, aber ich habe Recht!!!" Jetzt mußte ich noch mehr lachen.

Frau W. ist wirklich toll, und ich lerne viel von ihr. Auch wenn ihr diese Rolle nicht ganz gefällt, sie weiß darum.
Sollte es mir vergönnt sein ein solches Alter mit einer solchen Verfassung zu erreichen, will ich mir genügend Humor, Hirn, Tiefe und Ruhe bewahrt haben, um so cool dasitzen zu können und noch "alle beisammen zu haben".


Nachtrag: Frau W. taucht auch in DIESEM POST auf :)

Physik spinnt...

17. August 2011

... wie ein lieber faggalischer Freund immer zu sagen pflegt.
Ich habe eine physikalische Entdeckung gemacht, weiß aber nicht wie es eigentlich funktioniert.
Die Digicam meiner Tochter hat die Einstellungsoption "Kerzenlicht". Mit dieser Option kann man recht weiche Bilder bei schwachem Licht machen, ohne daß der Blitz den ganzen Raum unnatürlich erhellt.

Hier ein Beispiel:


Dabei fiel mir folgendes auf. Drückt man den Auslöser erscheint auf dem Display der Kamera ein kleines "Warterädchen". Fotografiere ich einen stehenden Raum (nichts bewegt sich), ist das Bild schnell geschossen. Fotografiere ich aber eine Person wird das Foto erst dann geschossen, wenn die Person sich wirklich nicht mehr bewegt. Bewegt die Person sich gleichmäßig (schaukelt zum Beispiel von links nach rechts), wird das Foto relativ schnell geschossen, und auf dem fertigen Bild zeichnen sich "Bewegungsstreifen" ab. Leider habe ich gerade kein unpeinliches Beispiel zur Hand. Ich probierte einige Möglichkeiten aus und hatte dann eine Idee. Der Raum war von einer Kerze, einem Teelicht, einem Monitor und einem Fernseher erhellt. Ich hatte eine LED-Taschenlampe in der Hand, und meine Tochter fotografierte.

Das kam dabei heraus:


"Cake Morie"... Egal.
Wir haben einfach ein paar Buchstaben ausprobiert, und das hat ziemlich lange gedauert. Es hat so lange gedauert, daß wir keine Lust mehr hatten herauszufinden wann man am besten abdrückt, wie schnell die Bewegung sein muß... und so weiter.
Aber das wüsste ich gerne mal. Damit kann man sicher ganz tolle Kunstwerke erstellen.
Wenn also jemand eine Erklärung für die Funktion dieser "Lichtbilder" hat... immer her damit!


NACHTRAG

Das waren aber schnelle Reaktionen:
(zur größeren Ansicht auf die Bilder klicken)

http://www.michaelbosanko.com/

http://www.lichtfaktor.eu/blog/?page_id=3

Danke Jungs! :)

 
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